16:14 16:14

Statement von Präsident Arndt G. Kirchhoff zur aktuellen Corona Entscheidung

Von Arndt G. Kirchhoff
Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen e.V. (unternehmer nrw)

„Die gestrigen Entscheidungen sind ein erster wichtiger Schritt zum Wiederhochfahren unserer Wirtschaft. Das sollten wir jetzt nicht kleinreden. Klar ist jedoch auch, dass die Situation für die weiterhin geschlossenen Wirtschaftsbereiche nun noch existenzbedrohender wird. Ich weiß, dass hier große Sorgen und Nöte bestehen. Umso wichtiger ist es, dass die Politik jetzt gerade für die betroffenen Unternehmen möglichst zeitnah verlässliche Perspektiven entwickelt und bei den Hilfsmaßnahmen gezielt nachlegt. Und für die gesamte Wirtschaft gilt: Um wieder auf Touren zu kommen, sind verlässliche Zeitpläne für die Unternehmen ein ganz entscheidender Faktor.

Gleichzeitig richtig ist natürlich auch, dass es allein mit der schrittweisen Öffnung von Geschäften nicht getan ist. Ebenso muss zwingend die Nachfrage anspringen. Hier muss die Politik der Stimmung der Verbraucher deutlichen Rückenwind geben. Deshalb gilt es jetzt, die nächsten beiden Wochen intensiv zu nutzen und überzeugende Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die sowohl bei Unternehmen als auch bei Verbrauchern das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft stärken. Wir brauchen ein Wachstumsprogramm aus Steuererleichterungen, Kaufanreizen und Investitionen in Zukunftsfelder wie Digitalisierung, Mobilität und Energie. Außerdem ist es höchste Zeit, jetzt schleunigst die Investitionsbremsen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren zu lösen.

Deutschland hat bei der Eindämmung der Pandemie in den vergangenen Wochen schon viel erreicht. Darauf können die Menschen in unserem Land stolz sein. Ausdrücklich will ich auch das Krisenmanagement der Politik loben. Wir müssen alles dafür tun, Gesundheitsschutz und wirtschaftliche sowie soziale Fragen bestmöglich in Einklang zu bringen. Denn es gilt, als Volkswirtschaft, als Sozialstaat und als Gesellschaft handlungsfähig zu bleiben. Daher sollten wir uns auch in dieser nach wie vor extremen Situation gesellschaftsübergreifend Gemeinschaftsgeist, Vertrauen und Zuversicht bewahren. Bei alldem müssen wir als exportorientiertes und weltoffenes […]

11:30 11:30

Metall-Tarifvertragsparteien in Nordrhein-Westfalen erzielen Einigung für Tarifrunde 2020

Gekündigter Tarifvertrag wird bis 31.Dezember 2020 wieder in Kraft gesetzt
Neue tarifliche Instrumente zur Abfederung sozialer Härten, zur Bewältigung von Engpässen in der Kinderbetreuung und zum Umgang mit Beschäftigungsausfällen

Präsident Kirchhoff: „Wertvolle Planungssicherheit für Unternehmen und Beschäftigte in außergewöhnlich schwieriger Situation.“

Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen haben sich unter dem Eindruck der unabsehbaren wirtschaftlichen Auswirkungen durch die rapide Ausbreitung des Corona-Virus auf einen Pilotabschluss für die Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie geeinigt. Das teilte der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) am Freitag in Düsseldorf mit. Der Präsident von METALL NRW, Arndt G.Kirchhoff, betonte, der Kompromiss habe das Ziel, in diesen schwierigen Zeiten Unternehmen nicht weiter zu belasten und Beschäftigte zu unterstützen. „In dieser außergewöhnlich schwierigen Situation bietet dieser Tarifabschluss unseren Unternehmen und unseren Beschäftigten wertvolle Planungssicherheit“, erklärte Kirchhoff. Der Tarifvertrag enthalte unter anderem neue Elemente zur Abfederung sozialer Härten, zur Bewältigung von Engpässen in der Kinderbetreuung und zum Umgang mit Beschäftigungsausfällen. Alle Vereinbarungen haben eine Mindestlaufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

Die wesentlichen Tarif-Vereinbarungen auf einen Blick:

Entgelte:

Der zum 31. März 2020 gekündigte Entgelt-Tarifvertrag wird ohne eine Erhöhung der Tabellenentgelte unverändert wieder in Kraft gesetzt – mit einer Mindestlaufzeit bis zum 31. Dezember 2020.

Reaktivierung des Tarifvertrags Zukunft in Arbeit (ZiA):

Der bewährte – auf freiwilliger betrieblicher Basis umsetzbare – Tarifvertrag aus dem Krisenjahr 2010 wird modifiziert wieder in Kraft gesetzt. So lassen sich die tariflichen Remanenzkosten (Kosten der Kurzarbeit für das Unternehmen) ab dem ersten Tag der Kurzarbeit senken, wenn im Gegenzug Beschäftigungssicherung gegeben ist.

Abfederung sozialer Härten bei Kurzarbeit:

Anstelle eines allgemeinen tariflichen Zuschusses zum Kurzarbeitergeld haben die Tarifpartner eine Härtefall-Regelung vereinbart. Danach wird ein betrieblicher Finanzierungsbetrag zur Verfügung gestellt, der zum Ausgleich oder zur Verminderung sozialer Härten im Fall von […]

11:21 11:21

Metall-Tarifrunde 2020: NRW-Arbeitgeber warnen IG Metall vor neuen Kostenlasten für Unternehmen – Kirchhoff: „Wir brauchen einen Tarifabschluss mit Augenmaß“

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die IG Metall davor gewarnt, den Unternehmen in der Tarifrunde 2020 neue Kostenlasten aufzuerlegen. Angesichts der enormen Herausforderungen durch Strukturwandel und Konjunkturflaute und den noch völlig unsicheren Auswirkungen der weltweiten Verbreitung des Corona-Virus auf die Wirtschaft sei jetzt „eine Tarifrunde mit Augenmaß“ angesagt.  Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, sagte bei der nach vier Sondierungsgesprächen ersten offiziellen Verhandlungsrunde für die Beschäftigten dieses Industriezweigs in Paderborn, jetzt müsse alles getan werden, um die Fitness der Unternehmen für den Wettbewerb zu fördern. „Gerade in dieser schwierigen Situation muss sich die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifs beweisen“, betonte Kirchhoff. Er freue sich, dass sich die Tarifparteien in der wirtschaftlichen Lagebeurteilung weitgehend einig gewesen seien. Jetzt gelte es, daraus die richtigen tarifpolitischen Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Ziel sei, bis Ostern einen fairen, für Unternehmen und Beschäftigte tragfähigen Abschluss zu erzielen.

Mit ihrem Vorstoß, die Kurzarbeit zu erleichtern und damit die Unternehmen von Kosten zu entlasten, habe die Bundesregierung gute Voraussetzungen für flankierende Angebote der Tarifparteien geschaffen. „Damit können wir arbeiten“, betonte Kirchhoff. Es sei völlig richtig, jetzt der Beschäftigungssicherung den Vorrang gegenüber Einkommenserhöhungen einzuräumen. Das stabilisiere die Kaufkraft der rund 700.000 M+E-Beschäftigten in NRW. Zugleich erteilte der NRW-Metallarbeitgeberpräsident der Forderung der IG Metall eine klare Absage, die vom Gesetzgeber vorgesehenen Entlastungen für Unternehmen in Zuschläge für die Beschäftigten tariflich umzuwidmen. „Dieser Vorschlag ist kontraproduktiv“, kritisierte er. Damit machten sich die Tarifpartner weder bei der Politik Freunde, noch werde so das Ziel der Beschäftigungssicherung erreicht.

Die Metallarbeitgeber werteten das Bestreben der IG Metall, die Bewältigung der Herausforderungen des Transformationsprozesses in den Mittelpunkt der Tarifrunde 2020 zu stellen, als Beleg dafür, der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen Vorrang einzuräumen. „Einer gewerkschaftlichen Fremdsteuerung […]

12:00 12:00

Corona-Virus – die wichtigsten Fragen

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus treten verschiedenste Fragen auf. Die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen werden das Mögliche tun, um bei der Eingrenzung des Virus mitzuwirken.

Als Arbeitgeber werden die Unternehmen ihren betroffenen Mitarbeitern mit der erforderlichen arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht begegnen. Die Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw) informiert auf iher Website über die wichtigsten arbeitsrechtlichen Fragen für den Fall, dass Beschäftigte durch das Virus infiziert werden.

Mehr unter

https://www.unternehmer.nrw/standpunkte/stellungnahmen/detail/news/corona-virus-die-wichtigsten-fragen

8:00 8:00

Katerfrühstück am Aschermittwoch
Jäger: „Mit dem ‚Klimanotstand‘ legt sich die Stadt Fesseln an“

„Mit der Ausrufung des ‚Klimanotstandes‘ hat sich die Stadt Fesseln angelegt und die Handlungsspielräume der Kommunalpolitik zusätzlich eingeschränkt“, erklärt Michael Jäger, Vorsitzender von ARBEITGEBER KÖLN e. V., anlässlich des 20. Katerfrühstücks von ARBEITGEBER KÖLN und NetCologne vor gut 200 Gästen. Viele Unternehmen befürchteten hierdurch neue Erschwernisse für Wirtschaft und Industrie.

„Köln wächst – da muss die Infrastruktur mitwachsen. Wir brauchen mehr Wohnraum, eine wachsende Verkehrsinfrastruktur, mehr Kitas und Schulen.“ Eng werde es auch für die Unternehmen, denn Büro- und Gewerbeflächen blieben ein knappes Gut in der Rheinmetropole, so Jäger. Gleichzeitig wolle Köln eine lebenswerte Stadt bleiben, in der die Menschen gesund und gerne leben. Der hieraus entstehende Zielkonflikt zwischen Wirtschaft, Wohnen, Verkehr und Natur und Erholung sei nicht ohne weiteres aufzulösen.

Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne bestätigt dies: „Wir blicken auf stürmische Zeiten – nicht nur in den letzten Wochen, auch in der Politik.“ Die Digitalisierung und der Klimanotstand seien lediglich zwei Beispiele dafür. Um diesen Winden zu trotzen, brauche es ambitionierte Ziele von Politik und Wirtschaft in Köln. „Als kommunales Unternehmen stellen wir uns insbesondere die Frage, wie wir durch die Förderung digitaler Technologien unseren Beitrag leisten können. Dafür sind aus unserer Sicht kluge Smart-City- und Smart-Country-Konzepte essentiell“, erklärt von Lepel. Mit ihnen ließen sich neue Mobilitätsformen, intelligente Verkehrsleitsysteme und selbstregulierende Energiesysteme verwirklichen. Die Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit von digitalen Innovationen habe das Unternehmen dabei ebenfalls im Blick. „Wir unterstützen entschieden die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadtwerke Köln. Gemeinsam mit allen Unternehmen des Konzerns erarbeiten wir eine übergreifende Strategie, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und den politischen Auftrag des Rates der Stadt Köln für mehr nachhaltige Entwicklung zu erfüllen.“

Die Vereinbarkeit von Nachhaltigkeitsstrategien und wirtschaftlicher Vernunft seien auch künftig zentrale Themen der Stadt Köln.
Nach einem Grußwort von Oberbürgermeisterin […]

15:14 15:14

Bilanz 2019: Metall- und Elektro-Industrie noch tiefer in der Rezession

Produktion lag im Gesamtjahr 2019 um 5,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Hoffnung auf Ende der Talfahrt verfrüht.

Berlin. Die Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) hat das Jahr 2019 mit einem deutlichen Minus in der Produktion abgeschlossen. Durch schwache Dezemberwerte ist die Branche im vierten Quartal 2019 noch einmal tiefer in die Rezession gerutscht. Im Gesamtjahr 2019 lag die M+E-Produktion laut Statistischem Bundesamt um 5,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Dabei ist die Automobilindustrie als Schlüsselindustrie in Deutschland mit minus 11,6 Prozent ein Haupttreiber dieser Entwicklung. Elektroindustrie (minus 5,3 Prozent), Hersteller von Metallerzeugnissen (minus 3,5 Prozent) und Maschinenbau (minus 3,4 Prozent) sind als wichtige Zulieferbereiche in den Sog der rückläufigen Entwicklung der Automobilindustrie geraten.
Gesamtmetall-Chefvolkswirt Dr. Michael Stahl: „Die aktuellen Daten zeigen, dass die Hoffnung auf ein Ende der Talfahrt verfrüht war. Die Fakten haben nicht gehalten, was die verbesserten Stimmungsindikatoren versprochen hatten.“
Auch bei den Auftragseingängen fällt die Jahresbilanz enttäuschend aus. Sie lagen 2019 um minus 6,1 Prozent unter dem Wert von 2018. Dabei sind die Inlandsaufträge (minus 6,4 Prozent) noch etwas stärker zurückgegangen als die Auslandsaufträge (minus 5,8 Prozent). Hier zeigt sich unter anderem die Investitionsschwäche der heimischen Wirtschaft. Besserung ist weiterhin nicht in Sicht.
Die Auftragseingänge sind im 4. Quartal gegenüber dem 3. Quartal saisonbereinigt um 0,3 Prozent gesunken. Die Entwicklung bei den Inlandsaufträgen ist mit minus 3 Prozent besonders enttäuschend. Auslandsaufträge (plus 1,6 Prozent) hingegen stützen das Geschäft. Vor allem der Maschinenbau (minus 5,3 Prozent) und die Metallerzeugnisse (minus 2,8 Prozent) haben sich schwach entwickelt. Hoffnung auf langsamere Besserung gibt es in der Elektroindustrie (plus 0,4 Prozent) und in der Automobilindustrie (plus 0,4 Prozent). Hier zeigte sich vor allem eine Besserung bei den Inlandsaufträgen (plus 1,8 Prozent).
Für das Jahr 2020 erwartet Gesamtmetall bestenfalls eine […]

15:20 15:20

Metall-Tarifrunde 2020: Erste vorgezogene Tarifverhandlung in NRW hat stattgefunden – Kirchhoff: „Wir brauchen jetzt einen konzentrierten und ergebnisoffenen Verhandlungsprozess!“

Die Tarifparteien der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie haben sich am Mittwoch in Düsseldorf zur ersten vorgezogenen Tarifverhandlung für die rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs getroffen. Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, betonte, das Vorziehen der Gespräche zur Tarifrunde 2020 sei Ausdruck des Bemühens beider Seiten, angesichts der schlechten Konjunktur und der großen Herausforderungen des Strukturwandels möglichst schnell tragfähige Lösungen zu entwickeln. „Ich bin zuversichtlich, dass wir jetzt mit der IG Metall in NRW in einen konzentrierten, konstruktiven und ergebnisoffenen Verhandlungsprozess einsteigen“, sagte Kirchhoff. Für den 12. und 19. Februar seien weitere Gesprächstermine mit der Gewerkschaft vereinbart worden.

Ziel sei es, tarifliche Rahmenvereinbarungen zu entwickeln, die die Betriebe im Transformationsprozess unterstützten und gleichzeitig der unsicheren und angespannten konjunkturellen Lage gerecht würden. „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Gerade jetzt muss sich Sozialpartnerschaft beweisen“, erklärte der NRW-Metallarbeitgeberpräsident. Wenn es nun gelinge, diesem Anspruch gerecht zu werden, würden viele Unternehmen neue Instrumente im Rahmen von Kurzarbeit und Transformation nutzen können. Hierfür müssten die Tarifparteien ihnen allerdings echte Alternativen zum Personalabbau aufzeigen. „Es könnte sich lohnen, dieses Angebot der Tarifparteien abzuwarten“, sagte Kirchhoff.

Quelle: METALL NRW

12:24 12:24

Konjunkturumfrage 2019/2020: Metall- und Elektroindustrie in der Krise

Die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie in Köln und Umgebung hat sich zum Jahreswechsel 2019/2020 deutlich eingetrübt. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage des Arbeitgeberverbandes kölnmetall unter 34 Betrieben mit insgesamt 36.000 Beschäftigten. „Die Ergebnisse geben Anlass zu ernster Sorge“, fasste Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall, das Stimmungsbild der Unternehmen zusammen. Mit Blick auf die nächste Tarifrunde mahnte er daher in Richtung IG Metall: „Unsere Unternehmen stehen vor vielfältigen Herausforderungen – das wirtschaftliche Umfeld hat sich nicht nur aufgrund protektionistischer Tendenzen und dem bevorstehenden Brexit stark eingetrübt. Auch steht unsere Industrie durch Mobilitäts- und Energiewende vor einem gewaltigen Umbruch, der nicht über Nacht abgeschlossen sein wird.“ Der nächste Tarifabschluss dürfe die Unternehmen daher nicht überfordern – „weder in der Höhe noch was die Komplexität der gefundenen Regeln angeht“.

Derzeit beurteilen fast die Hälfte der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht – ein Jahr zuvor traf dies auf lediglich 9,4 Prozent zu. Was die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate angeht, zeigen sich die Unternehmen ebenfalls deutlich pessimistischer gestimmt: 62 Prozent befürchten eine Verschlechterung der Geschäfte im kommenden Halbjahr – dieser Wert hat sich im Vergleich zur letzten Konjunkturumfrage nahezu verdoppelt.

Der Anteil derer, die sich aktuell über eine gute inländische Auftragslage freuen können, ist seit der letzten Umfrage von 31,3 Prozent auf derzeit 14,7 Prozent gesunken. Dagegen beklagen 44 Prozent eine unbefriedigende Inlandsnachfrage. Die aktuelle Auftragslage aus dem Ausland wird von 51,6 Prozent (Vorjahr: 15,6 Prozent) der Unternehmen als schlecht eingestuft, nur 16,1 Prozent (40,6 Prozent) bewerten die Nachfragesituation als gut.

Anlass zur Sorge gibt der Blick in die nähere Zukunft: Mit einer Verbesserung der Auftragslage im Inland in den nächsten sechs Monaten rechnen nur 5,9 Prozent (6,3 Prozent) aller befragten Firmen, 41,2 Prozent (53,1 […]

13:27 13:27

15. Kölner Arbeitgebertag – Jäger: „Mobilitäts- und Energiewende können wir nur mit der Industrie bewältigen“

„Angesichts von Klima- und Umweltdebatten werde ich nicht müde zu sagen: Viele große Herausforderungen unserer Zeit werden wir nur mit unserer Industrie lösen. Zur Bewältigung der Mobilitäts- und Energiewende ist die Innovationskraft der Wirtschaft mehr denn je gefragt“, eröffnete Michael Jäger, Vorsitzender der ARBEITGEBER KÖLN e. V., den 15. Kölner Arbeitgebertag vor rund 300 Gästen. Doch insbesondere für die Automobilindustrie sei das Klima rauer geworden. Er freue sich daher über das klare Bekenntnis von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zu diesem Schlüsselzweig der deutschen Industrie.

Anlässlich der ‚Halbzeit‘ der nordrhein-westfälischen Landesregierung zog Jäger ein positives erstes Fazit: „Unter der schwarz-gelben Landesregierung hat sich die wirtschaftspolitische Grundstimmung in Nordrhein-Westfalen deutlich verbessert. Wo vorher zu viel verhindert und verboten wurde, haben CDU und FDP wichtige Entbürokratisierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht“, lobte er.

Gleichwohl sei NRWs Weg zurück in die Spitzengruppe kein leichter. Man könne nicht erwarten, dass alle Herausforderungen über Nacht verschwänden. Jäger bestärkte daher die Landesregierung eindrücklich, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.

In seinem Vortrag zog Ministerpräsident Laschet eine erste Bilanz der Regierungsarbeit der schwarz-gelben Koalition in Nordrhein-Westfalen und betonte noch einmal die Bedeutung der Automobilindustrie für den Wirtschaftsstandort:

„Die Landesregierung ist vor zwei Jahren angetreten, um eine Politikwende einzuleiten und den wirtschaftlichen Riesen Nordrhein-Westfalen zu entfesseln. Mit den Entfesselungspaketen haben wir Bürokratie abgebaut und schnellere Planungsverfahren ermöglicht. Für mehr Flexibilität und eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“ Der Ministerpräsident weiter: „Aber wir wollen mehr: Nordrhein-Westfalen soll wieder in die Spitzengruppe der deutschen Länder. Dafür brauchen wir die Beschleunigung von Prozessen, um die Stärken des Landes zu fördern. Wir stärken Bewährtes, testen Neues, nutzen Innovatives und machen Nordrhein-Westfalen damit zukunftsfähig. Digitalisierung, Energiewende und Klimaschutz sind so große Bereiche, die wir nur gemeinsam mit Wirtschaft und Gesellschaft gestalten können.“

Ein weiteres Highlight des Tages […]

10:14 10:14

Geplantes Aus für Godorfer Hafen: „Ökologischer und ökonomischer Fehler“

Angesichts des bevorstehenden Aus für die Erweiterungspläne des Godorfer Hafens äußerte Wolfgang Reß, Geschäftsführer der ARBEITGEBER KÖLN, scharfe Kritik: „Gute Argumente scheinen in Zeiten politischer Aufgeregtheit nicht mehr zu gelten. Ich halte die Abkehr von den Ausbauplänen für einen ökologischen und ökonomischen Fehler.“  Schließlich gelte es gerade im Sinne der Umwelt, möglichst viele Güterverkehre von der Straße auf umweltfreundlichere Transportwege wie die Wasserstraße zu verlagern. Es passe nicht zusammen, einerseits den Klimanotstand auszurufen und ein Lkw-Durchfahrtverbot in der Innenstadt einzurichten, aber andrerseits auf die Chance zu verzichten, mehrere 10.000 Lkw-Fahrten im Jahr aus der Stadt zu halten. Die Umschlagknoten der Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) im Kölner Süden wie im Norden der Stadt müssten gestärkt werden, so Reß. Dort seien viele große Industrien angesiedelt. Ein Verteilzentrum im Kölner Süden, das viele Lkw-Fahrten durch die Stadt überflüssig mache, sei aber nicht nur in ökologischer Hinsicht sinnvoll: „Diverse Gutachten kommen zu dem Schluss, dass der Ausbau des Godorfer Hafens aus volks- und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll ist.“ Ideologische Scheuklappen seien ein schlechter Ratgeber bei politischen Entscheidungen von großer Tragweite.

Soweit immer wieder suggeriert werde, die Mehrheit der Kölner Bürger wolle eine Entscheidung gegen den Hafenausbau, sei auch dies schlichtweg falsch. „Ich erinnere an eine eigens hierzu angesetzte Bürgerbefragung in Köln im Jahr 2011. Damals verfehlten die Ausbaugegner das erforderliche Quorum von 10 Prozent der Teilnahmeberechtigten. Dieses unbequeme Ergebnis wird in der aktuellen politischen Debatte immer wieder gerne vergessen. Wir sind für Klima- und Umweltschutz, aber es muss ein schlüssiges Konzept dahinterstehen. Ein solches Konzept lässt die Stadt Köln derzeit vermissen“, schloss Reß.