Verbände und Gewerkschaften gemeinsam für Vielfalt, Demokratie und Toleranz

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – mit diesem Bekenntnis gegenüber allen Menschen, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, politischer, sozialer oder sexueller Einstellung oder Orientierung, haben sich die Mütter und Väter des Grundgesetzes vor 75 Jahren zu den unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten verpflichtet. Sie sind die Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit.

Dieses Bekenntnis zum demokratischen und sozialen Rechtsstaat und den Grundrechten des Grundgesetzes bildet bis heute die Basis für ein freiheitliches und soziales Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell. Die Würde aller Menschen in unserer Gesellschaft zu achten und zu schützen, ist jedoch nicht allein Aufgabe des Staates. Als Akteure der Wirtschaft in Köln und der Region sehen wir darin auch eine genuine zivilgesellschaftliche Verpflichtung. 

Für uns ist klar: Wer Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergrund und andere Teile unserer Bevölkerung betreibt und Abschottung und Ausgrenzung propagiert, schadet der Gesellschaft, der Demokratie und nicht zuletzt dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Unsere Unternehmen sind ein Spiegel der Gesellschaft. Die Menschen, die bei und mit uns arbeiten, sind unsere Kolleginnen und Kollegen, unsere Nachbarn und Freunde.  Deutschland muss attraktiv und offen bleiben, auch um ausländische Fachkräfte einzuladen, hier eine Heimat zu finden. Jede Mitbürgerin und jeder Mitbürger muss sich in unserem Land sicher fühlen. 

Dabei sind wir auch auf verlässliche Partnerschaften auf allen politischen Ebenen angewiesen, die ohne Wenn und Aber zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Wir brauchen gerade in der Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftspolitik tragfähige Lösungsvorschläge statt populistischer Parolen. Die anstehenden Europa- und Kommunalwahlen werden für uns richtungsweisend sein. Es ist an der Zeit, dass wir alle zusammen politische Verantwortung übernehmen – denn wir sind nicht die schweigende Minderheit, sondern eine meinungsstarke Mehrheit. Wir haben die Wahl – entscheiden wir uns gemeinsam für Demokratie und Vielfalt in Deutschland und Europa!

Katerfrühstück 2024

Volles Haus beim Katerfrühstück 2024 von ARBEITGEBER KÖLN und NetCologne

Was für ein toller Tag nach den „tollen Tagen“! Mehr als 200 Gäste aus Unternehmen, Politik, Verwaltung, Verbänden, Gewerkschaften und Kammern waren der Einladung zum traditionellen Katerfrühstück ins Hotel Pullman Cologne gefolgt. „Gemeinsam für Fachkräfte – Gute Beispiele von Köln nach Düsseldorf: Unternehmen aus der Region im Austausch mit Minister Karl-Josef Laumann“, lautete das diesjährige Motto. 

Im Interview mit Moderator Konstantin Klostermann gaben Gunnar Herrmann, Vorsitzender von ARBEITGEBER KÖLN, und Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, ihre Einschätzungen zur Situation unserer Wirtschaft.

Gunnar Herrmann kritisierte vor allem eine alles lähmende „Vorschriftenkultur“ und Timo von Lepel forderte, positive Signale in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu senden und die Fortbildung von Fachkräften mit digitalen Kompetenzen zu kombinieren.

Auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker rief in ihrem Grußwort zu mehr Optimismus auf, denn miese Stimmung lähme nur und decke sich nicht mit der Realität in Köln und anderswo.

Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, rief zu gemeinsamen Anstrengungen auf und verwies auf positive Beispiele wie die Fort- und Weiterentwicklung der dualen Ausbildung, die Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt, sowie eine schnellere Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen. Und er zeigte sich überzeugt, dass man eine „Riesenchance“ habe „und die werden wir nutzen“.

Beste Beispiele und vielfältige Lösungsansätze zur Fachkräftegewinnung und -sicherung, zeigten dann auch Unternehmen beim „Gallery Walk“: von der Azubi-Akquise über die schnelle Integration von Geflüchteten, Inhouse-Umschulungen und Weiterqualifizierungen bis hin zur Förderung von „Senior Talents“.

Nicht nur Minister Laumann zeigte sich begeistert von den Initiativen und Projekten von Currenta GmbH & Co. OHG, igus GmbH, Manufact Tischlerei GmbH, Marc Schmitz, NetCologne IT Services GmbH, Schneider Electric und dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e. V. Danke für die tollen Beispiele – Nachahmung ausdrücklich erwünscht!

19. Kölner Arbeitgebertag

Vorstandsvorsitzender Gunnar Herrmann vermisst die „Macherattitüde“ in unserem Land

Fotos: Marius Becker

„Gesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen wieder Dynamik entwickeln. Hier haben alle gesellschaftlichen Gruppen eine Verantwortung“, mahnte Gunnar Herrmann, Vorstandsvorsitzender von ARBEITGEBER KÖLN und Aufsichtsratsmitglied der Ford Werke GmbH, vor den mehr als 200 Gästen beim 19. Arbeitgebertag im Hotel Pullman Cologne. Deutschland sei nicht der kranke, sondern vielmehr der träge Mann Europas, erklärte Herrmann und attestierte weiten Teilen der Gesellschaft eine gewisse selbst geschaffene Antriebslosigkeit. „Aus dieser Trägheit müssen wir uns unbedingt befreien“, mahnte Herrmann. Prof. Dr. Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft, konnte da nur zustimmen: „Wir stecken in einer strukturellen Krise, alle Beteiligten müssen hart arbeiten, damit wir da wieder herauskommen.“ Mehr Dynamik für den Standort forderte auch Julia Klöckner MdB, Bundesministerin a. D. und wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, die aus Berlin zugeschaltet war, und betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aller Parteien, um die Krise zu bewältigen. Hoffnung für den Standort äußerte Leonie Gebers, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Der Arbeitsmarkt sei stabil und mit dem neu geschaffenen Fachkräfteeinwanderungsgesetz sei man auf einem guten Weg, den Fachkräftemangel zu beheben. Auch Kölns erste Bürgerin, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, zeigte sich zuversichtlich: Bei der Digitalisierung sei Köln weit vorne. Zuversicht war auch das Motto des Panels zur UEFA EURO 2024 mit Dr. Jürgen Amann, Geschäftsführer KölnTourismus GmbH, Patrick Rothkopf, Präsident DEHOGA Nordrhein-Westfalen e.V. NRW, und Thorsten Breitkopf, Ressortleiter Wirtschaft, Kölner Stadt-Anzeiger. Man war sich einig, dass die Europameisterschaft neben Mehreinnahmen für die Tourismusindustrie einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt für die Stimmung im Land haben könne. Auch für Köln könnten die fünf Spiele eine positiven Schub bringen – wenn die Stadt es schafft, sich für die Spiele „herauszuputzen“.

Hier können Sie den Kölner Arbeitgebertag 2023 in voller länge ansehen:

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Katerfrühstück 2023

Ministerin Mona Neubaur beim Katerfrühstück 2023:
„Nachhaltigkeit ist ein Gemeinschaftsprojekt“

v.l.n.r.: Konstantin Klostermann, Dr. Christian Czauderna, Andree Haack, Dirk Wasmuth, Dr. Margarete Haase, Mona Neubaur, Claudia Schall, Michael Schaupp, Gunnar Herrmann, Timo von Lepel, Thomas Bischof | Foto: Marius Becker

Groß war die Freude, sich nach zwei Jahren digitaler Veranstaltungen wieder persönlich beim traditionellen Katerfrühstück begegnen zu können. Mehr als 200 Gäste aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wirtschaft waren der Einladung von ARBEITGEBER KÖLN und NetCologne zum gemeinsamen politischen Diskurs am Aschermittwoch gefolgt. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Thema Nachhaltigkeit.

Bei der Begrüßung betonten die beiden Gastgeber Gunnar Herrmann, Vorstandsvorsitzender der ARBEITGEBER KÖLN, und Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne, dass bei allen Entscheidungen der Landes- und Kommunalpolitik Wirtschaft und Industrie immer mitgedacht werden müssten und verbanden damit das Angebot an die Politik, bei Plänen und Vorhaben als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

„Wir wissen, dass der Strukturwandel im Kern eine unternehmerische Aufgabe ist“, erklärte Gunnar Herrmann, „doch ohne die entsprechende Flankierung der Politik wird dies nicht gelingen. Viele Probleme können zwar nur global oder national gelöst werden, doch optimale Standortbedingungen sind in der Landes- und Kommunalpolitik verortet.“

Gastgeber Timo von Lepel und Gunnar Herrmann im Gespräch mit dem Moderationsteam Claudia Schall und Konstantin Klostermann | Foto: Marius Becker

Die Wirtschaft habe es in der Hand, neue, nachhaltige und zukunftsfähige Verfahren, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und erfolgreich an den Markt zu bringen, so Herrmann. Um diese umsetzen zu können, forderte er von der Politik eine Vereinfachung bürokratischer Planungs- und Genehmigungsverfahren – andernfalls sei jedes Großprojekt zum Scheitern verurteilt.

Eine schnelle und verlässliche digitale Infrastruktur sei nicht nur unabdingbar für eine moderne Wirtschaft, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, sagte Timo von Lepel. „Im 21. Jahrhundert geht kommunale Daseinsvorsorge über die Grundbedürfnisse von Wasser, Strom und Wohnraumhinaus und die digitale Einbindung ist für das gesellschaftliche Zusammenleben unerlässlich“, konstatierte der NetCologne-Geschäftsführer. Darüber hinaus sei digitale Infrastruktur auch ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Städten und Kommunen: „Besonders im Smart-City-Umfeld können wir durch den gezielten Einsatz digitaler Infrastruktur effizienter und umweltfreundlicher werden und steigern dadurch die Lebensqualität der Menschen.“

Aufgrund von Problemen mit ihrer Stimme musste das Grußwort von Oberbürgermeisterin Henriette Reker leider ausfallen. Trotzdem hatte sie es sich nicht nehmen lassen, das Katerfrühstück zu besuchen und zumindest durch Nicken in die Runde zu grüßen.

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, sprach in ihrer Keynote von Nachhaltigkeit als einem Gemeinschaftsprojekt: „Jede gesellschaftliche Gruppe, sowie alle Bürgerinnen und Bürger, tragen gemeinsam die Verantwortung dafür“, so die Ministerin. „Wir müssen innovativ denken, an neuen Prozessen tüfteln und offen mit neuen Technologien umgehen. Nur so können wir eine Welt hinterlassen, die nachfolgenden Generationen ein ebenso gutes Leben ermöglicht, wie wir es haben. Wenn wir es ernst meinen, wird es uns Zeit, Geld und Nerven kosten, aber wir werden gestärkt daraus hervorgehen.“ Das Ziel der Landesregierung seien starke Unternehmen, zukunftssichere Arbeitsplätze und neue Ansiedlungen, erklärte Neubaur und versicherte: „Die Landesregierung wird bei dieser Herausforderung mit anpacken und optimale Rahmenbedingungen mitgestalten.“

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, sprach in ihrer Keynote von Nachhaltigkeit | Foto: Marius Becker

„Licht und Schatten in Köln – wie nachhaltig ist unsere Stadt?“, lautete die Frage, die im anschließenden Panel erörtert wurde. Diskussionsgrundlage war die nachhaltige Stadtstrategie „Kölner Perspektiven 2030+“ in der das ehrgeizige Ziel formuliert ist, Köln dauerhaft als lebenswerte Metropole zu stärken, zu entwickeln und aktiv zu gestalten. Aber was ist eigentlich eine lebenswerte Metropole? Und wie weit sind wir in unserer Stadt und unserer Region von diesem Ziel entfernt?

Dazu diskutierte Andree Haack, Dezernent für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionales der Stadt Köln mit den Unternehmern Michael Schaupp, Geschäftsführer Pfeifer & Langen und Vorsitzender des Verbandes der Zuckerindustrie, Thomas Bischof, Vorstandsvorsitzender Gothaer Allgemeine Versicherung AG und Dr. Christian Czauderna, Head of Business Unit Circularity, Currenta GmbH & Co. OHG.

Zum Abschluss des Panels ergriff Oberbürgermeisterin Reker dann doch noch das Mikrofon, um trotz ihrer Stimmprobleme den Anwesenden zu versichern, dass die Stadt Köln mit den „Kölner Perspektiven 2030+“ auf dem besten Weg zur klimaneutralen Stadt sei. „Allerdings können wir die nach dem Krieg als Autostadt aufgebaute Stadt nicht in wenigen Jahren in ein Fahrradparadies umwandeln“, mahnte Reker.

Die Moderation der Veranstaltung übernahmen, wie bereits in den Vorjahren, Claudia Schall und Konstantin Klostermann von Radio Köln.

Beim anschließenden Brunch mit Häppchen und Kölsch konnte das Katerfrühstück dann seinem Namen alle Ehre machen.

18. Kölner Arbeitgebertag

Vorstandsvorsitzender Gunnar Herrmann warnt vor Deindustrialisierung „Energiekrise darf nicht die Industrie aus Deutschland vertreiben!“

Kölner Arbeitgebertag 2022

„Das Wirtschaftsmodell Deutschland gehört auf den Prüfstand“, eröffnete der Vorstandsvorsitzende der ARBEITGEBER KÖLN, Gunnar Herrmann, den 18. Kölner Arbeitgebertag, im Hotel Pullman Cologne. Er äußerte zunächst seine Freude darüber, dass man sich nach zwei „digitalen“ Veranstaltungen in den Vorjahren nun wieder persönlich treffen könne, betonte aber auch, dass die wirtschaftliche Lage alles andere als einen Grund zur Freude darstelle.
„Was sich derzeit über weiten Teilen der deutschen Wirtschaft zusammenbraut, kann man durchaus als multidimensionale und einander überlappende Krisen sehen, die den Standort Deutschland gehörig unter Druck setzen“, erklärte Herrmann. „Bislang schlägt sich die deutsche Wirtschaft besser, als noch vor einigen Monaten befürchtet. Doch wie lange werden wir das durchhalten können?“
„Müssen wir etwa befürchten, dass ganze Branchen wegbrechen?“, fragte Gunnar Herrmann in seiner Rede vor rund 200 Gästen des Kölner Arbeitgebertages. „Nicht nur die Autoindustrie – auch Unternehmen aus anderen Branchen verlagern ihre Produktion dorthin, wo Energiekosten, Arbeitskosten und Steuern niedriger sind – also ins Ausland.“ Die Deindustrialisierung werde dadurch nicht nur eingeleitet, sondern beschleunigt, mahnte Herrmann. Um dies zu vermeiden, brauche die deutsche Wirtschaft in derart unsicheren Zeiten für die kommenden Schicksalsjahre neben einem schnellen Krisenmanagement vor allem eine vorausschauende Politik, die den Standort mittelfristig wieder attraktiver mache.
„Wir wissen, dass der Strukturwandel im Kern eine unternehmerische Aufgabe ist“, betonte das Ford-Aufsichtsratsmitglied, „doch ohne die entsprechende Flankierung der Politik wird dies nicht gelingen“.
Des Weiteren sprach er den dramatischen Fach- und Arbeitskräftemangel an, der gravierende Auswirkungen auf Wachstum, Innovation, Wohlstand und die Finanzierung der Sozialsysteme sowie auf die Einnahmen des Staates aus Steuern habe.
„Unternehmen werden Dienstleistungen nicht erbringen, Produkte nicht entwickeln und liefern können – einfach, weil ihnen die Beschäftigten fehlen“, warnte Herrmann und forderte von der Politik, Investitionen in Bildung erheblich zu steigern und administrative Hemmnisse für die Zuwanderung von Fachkräften zu beseitigen. Auch Diskussionen über ein späteres Renteneintrittsalter sollten kein Tabu sein.

Unter dem Motto „Energie – Lieferketten – Fachkräfte: Wirtschaftsmodell Deutschland auf dem Prüfstand!“ diskutierten im weiteren Verlauf der Veranstaltung Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Verbänden mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Region.
Nach dem Grußwort von Andree Haack, Beigeordneter der Stadt Köln für Stadtentwicklung, Wirtschaft, Digitalisierung und Regionale Zusammenarbeit, tauschte sich Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, mit Gunnar Herrmann und Dr. Patrick Giefers, Geschäftsführer INEOS Manufacturing Deutschland GmbH über die „Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft“ aus.
Zum Thema „Generation Z – Wie ticken die Fachkräfte der Zukunft?“ diskutierte Prof. Dr. Dr. h.c. Klaus Hurrelmann, Hertie School – University of Governance, mit Rebecca Göckel, Gründerin und Geschäftsführerin NOMOO, Bianca Cristal, Geschäftsführerin Arbeitsmarktmanagement der Regionaldirektion NRW der Agentur für Arbeit, und Simone Marhenke, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung der Handwerkskammer zu Köln, über die Herausforderungen der Fachkräftegewinnung.
Beim anschließenden Get-Together mit Buffet blieb reichlich Zeit für anregende Gespräche und den persönlichen Austausch.

Gunnar Herrmann als Vorstandsvorsitzender von ARBEITGEBER KÖLN im Amt bestätigt

Bild: Fotostudio Helle Kammer

Herrmanns Mahnung an die Politik: „Mobilitätsmix ist keine Einbahnstraße“

Köln, 20.10.2022 Bei der heutigen Mitgliederversammlung wurden neben dem Vorstandsvorsitzenden Gunnar Herrmann auch die Vorstände Dr. Patrick Giefers, Geschäftsführer bei INEOS Köln GmbH, und Kreishandwerksmeister Nicolai Lucks im Amt bestätigt.


Im Anschluss an die Vorstandswahlen äußerten die Mitglieder ihre zunehmende Sorge um die Verdrängung des Autos aus dem städtischen Raum.
„Wir alle befürworten eine vernünftige Mischung der verschiedenen Verkehrsmittel“, erklärte Gunnar Herrmann. „Dazu gehören der Ausbau der Radwege und des ÖPNV – aber eben auch der Autoverkehr muss fließen können. Ich freue mich über das Vorhaben des Verkehrsministeriums, den Ausbau der Ladesäulen in Deutschland zügig voranzutreiben. Nun ist auch die Stadt Köln aufgefordert, dies schnell umzusetzen.“
„Der Mobilitätsmix ist – um im Bild zu bleiben – keine Einbahnstraße und selbstverständlich auch keine Fahrradstraße“, bemerkte der Vorstandsvorsitzende. „Nicht nur Bürgerinnen und Bürger, auch die Wirtschaft ist auf eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur angewiesen. Neben allen Problemen, die Unternehmen derzeit zu bewältigen haben, sollte die Stadt ihnen nicht noch zusätzliche Hemmnisse auferlegen“.
Die willkürliche Streichung von Parkplätzen in der Innenstadt, der Ausbau autofreier Zonen, die Verteuerung des Bewohnerparkens (ein Vorhaben, das glücklicherweise zumindest vorläufig verhindert wurde) – all dies erwecke den Eindruck, dass das Ratsbündnis das Auto komplett aus der Stadt verdrängen wolle, so Herrmann.
„Für die ca. 300.000 Berufseinpendler, die täglich ihren Weg zur Arbeit in die Stadt auf sich nehmen, ist das Auto oft die einzige Möglichkeit, an ihren Arbeitsplatz zu gelangen und somit ihre Existenz zu sichern. Der ÖPNV ist gerade in den ländlichen Regionen weit davon entfernt, diese Aufgabe erfüllen zu können und auch ein Lastenfahrrad ist nicht die einzige Lösung“, findet das Ford-Aufsichtsratsmitglied Herrmann.
Das Auto dürfe also bei allen Überlegungen nicht hintangestellt werden. Und mit dem Ausbau der E-Mobilität gebe es ja auch gute und klimafreundliche Ansätze.
„Die Industrie hat in den vergangenen Jahren bei der Transformation vom Verbrenner zum E-Auto wirklich Enormes geleistet“, betonte Gunnar Herrmann.
„Wenn ich jedoch lese, dass derzeit auf eine Ladestation 27 Autos kommen, dann frage ich mich, wie wir den Menschen die E-Mobilität nahebringen sollen, wenn diese nötige Infrastruktur nicht gegeben ist. Investitionen in die Ladeinfrastruktur sind also dringend erforderlich. Hier ist die Politik gefragt“, erklärte Herrmann. „Ich kann nur hoffen, dass die Stadt rasch beim Ausbau der Ladesäulen nachlegt und die Pläne des Bundesverkehrsministeriums umsetzt.“
Sorgen macht dem Verband und dessen Mitgliedsunternehmen auch die Situation am Flughafen Köln/Bonn, der nicht nur als Cargo-Flughafen von existenzieller Bedeutung ist. Dazu Gunnar Herrmann: „Die Mitglieder unserer Verbände sind zu einem großen Teil international aufgestellt und dementsprechend hoch ist die Reisetätigkeit. Die Vielzahl der in den vergangenen Monaten verspäteten oder gestrichenen Flüge haben für unsere Unternehmen mittlerweile auch wirt-schaftliche Folgen. Zudem gab es massive Probleme bei den Abläufen am Flughafen selbst – ob bei der Abfertigung, in der Sicherheitsschleuse oder am Kofferband“.
Ihre diesbezüglichen Anforderungen und Erwartungen aber auch Lösungsvorschläge diskutierten die Mitglieder im anschließenden Gespräch mit dem Generalbevollmächtigten der Flughafen Köln/Bonn GmbH, Cenk Özöztürk.

Arbeitgeberverband kölnmetall mit acht Unternehmen bei der Messe „Traumberuf IT und Technik“

#zukunftssicher #gefragt #gutbezahlt: kölnmetall wirbt mit acht Unternehmen bei der Messe „Traumberuf IT und Technik“ für spannende Berufe in der Metall- und Elektroindustrie.

Am 26.10. ist es wieder soweit: Auf der Messe „Traumberuf IT und Technik“ in der MOTORWORLD Köln Rheinland auf dem Gelände des historischen Flughafens am Butzweilerhof können sich Jugendliche bei über 70 Ausstellern von 9.00 bis 15.00 Uhr über Studiengänge und Ausbildungsberufe im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) informieren.
Mit dabei: das Team von kölnmetall zusammen mit den Mitgliedsunternehmen DEUTA Werke GmbH, Deutz AG, DWK Drahtwerk Köln GmbH,  Ford-Werke GmbH, Mannstaedt GmbH, Mauser Werke GmbH, Romaco Kilian GmbH und Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG.

Am gemeinsamen Stand können Schülerinnen und Schüler am Glücksrad drehen, tolle Gewinne mitnehmen und sich bei den Firmen direkt über Karrieremöglichkeiten informieren – und das auf Augenhöhe: Azubis aus den Unternehmen berichten den Schülerinnen und Schülern von ihren Erfahrungen und geben wertvolle Tipps zu Bewerbung und Ausbildung. Für alle, die gerne ein bisschen experimentieren möchten, steht Der M+E-InfoTruck direkt vor der Messehalle. Hier kann man sich erlebnisorientiert über die Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder in der Metall- und Elektro-Industrie informieren. An anschaulichen Experimentierstationen erleben Jugendliche die „Faszination Technik“ – praxisnah und intuitiv.

Arbeitgeberverband kölnmetall spendet beim Jahresempfang 10.000 Euro für deutsch-ukrainischen Verein Blau-Gelbes-Kreuz e.V.

Dr. Margarete Haase überreichte den Vereinsvorsitzenden des Blau-Gelben-Kreuz e.V., Julia Chenusha und Linda Mai den Spendenscheck über 10.000 € Bild: Ahrens+Steinbach Projekte

Erfreut zeigte sich die Vorstandsvorsitzende, Dr. Margarete Haase, über die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung nach der Corona-bedingten Zwangspause.

In idyllischer Umgebung im Seepavillon am Fühlinger See mit Blick auf Strand und See empfingen sie und Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall, die rund 90 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gerichtsbarkeit.

Doch trotz der entspannten Atmosphäre erinnerte Dr. Haase an die Probleme und Sorgen, mit denen sich Bürgerinnen und Bürger aber auch Unternehmen derzeit konfrontiert sehen. „Ein Krieg mitten in Europa, eine Inflation von über 8%, steigende Energiekosten, Lieferkettenprobleme – das sind nur einige Aspekte unserer derzeitigen Sorgen“, so Dr. Haase.

Und auch die Pandemie sei längst nicht überwunden, wie die steigenden Inzidenzwerte der vergangenen Wochen zeigten, betonte die Vorstandsvorsitzende.

„Besonders erschüttert uns, dass nur zwei Flugstunden von Köln entfernt ein Krieg tobt, Menschen sterben und leiden, flüchten müssen und dringend unsere Hilfe brauchen“, mahnte Dr. Haase. Deshalb habe man sich dafür entschieden, in diesem Jahr die Arbeit des Vereins Blau-Gelbes Kreuz e.V. zu würdigen.

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Dr. Ralf Heinen wurde dem Verein ein Spendenscheck von 10.000 Euro überreicht.

Blau-Gelbes-Kreuz e.V. engagiere sich bereits seit 2014 für die Entwicklung einer freien, demokratischen Ukraine und leiste seit dem schrecklichen Überfall Russlands auf das Land Hilfe für die Opfer des Krieges, insbesondere für Kinder sowie verletzte und andere stark bedürftige Menschen aus den vom Krieg betroffenen Regionen, begründete Dr. Margarete Haase die Entscheidung.

Den Abschluss des offiziellen Programms bildete ein Vortrag von Dr. Jochen Roose, Soziologe bei der Konrad- Adenauer-Stiftung, der zwölf Thesen aus seiner Studie „Glaube an Verschwörungstheorien“vorstellte.

„Wir sind unendlich dankbar für diese Spende“, sagte Linda Mai, Vorsitzende des Vereins. „Mit Ihrem Beitrag retten Sie Menschenleben. Dieses Geld wird dringend gebraucht.“

Ihre Kollegin Julia Chenusha präsentierte den Gästen des Jahresempfangs den „Rescue Backpack“, einen Rucksack voller lebensrettender Medikamente für Kranke, Verletzte und Verwundete im Kriegsgebiet. „Diese Rucksäcke sind für den mobilen Einsatz gedacht, und mithilfe des Inhalts können mitten im Geschehen bis zu 5 Menschen behandelt werden! Dies ist besonders wichtig, wenn kein Krankenhaus in der Nähe ist oder ein Transport zeitlich, gesundheitlich oder aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist.“, betonte die Vorsitzende.

Der Inhalt dieses Rucksacks kann fünf Menschenleben retten. Julia Chenusha und Linda Mai präsentieren den Gästen des Jahresempfangs den „Rescue Backpack“, der notwendige Medikamente für den mobilen Einsatz im Kriegsgebiet enthält Bild: Ahrens+Steinbach Projekte

Hier finden Sie die erforderlichen Informationen, wenn auch Sie die Arbeit des Vereins mit Geld- oder Sachspenden unterstützen möchten:
https://www.bgk-verein.de/geldspenden/
https://www.bgk-verein.de/sachspende/

Kölner Verbände sehen neue NRW-Regierung vor großen Herausforderungen

In wenigen Tagen entscheidet sich, wer in Nordrhein-Westfalen zukünftig die politische Verantwortung tragen wird. Die Wahl findet unter denkbar schwierigen Umständen statt. Der Krieg in der
Ukraine hat massive Auswirkungen auch auf unser Land und noch immer ist die Corona-Pandemie nicht überwunden. Die zukünftige Regierung steht also vor großen Herausforderungen.

Doch gerade in solch unsicheren Zeiten wird uns umso mehr bewusst, wie existenziell wichtig wirtschaftliche Stärke und Stabilität auch für uns in Nordrhein-Westfalen sind.

In den vergangenen Wochen haben die Vorsitzenden und die Geschäftsführung der Arbeitgeberverbände kölnmetall und ARBEITGEBER KÖLN ihre Positionen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts NRW veröffentlicht. Zum Abschluss formulieren die drei Vertreter der Kölner Wirtschaft noch einmal ihre Forderungen an die zukünftige Landesregierung.

Dr. Margarete Haase, Vorstandsvorsitzende kölnmetall:
Meine Forderung an die künftige Landesregierung habe ich bereits an anderer Stelle betont und kann es hier nur wiederholen. Sie lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Tempo, Tempo, Tempo. Nordrhein-Westfalen steht inmitten großer Umbrüche und riesiger Herausforderungen: Die Corona-Krise und die stark steigenden Energie- und Rohstoffpreise verändern die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Wirt-schaften tiefgreifend. Der demografische Wandel erfasst den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und belastet die Nachfolge in den Unternehmen. Für mehr Klimaschutz ist eine grundlegende Transformation unserer Energieerzeugung und der Produktionsstrukturen erforderlich. Das alles bedeutet große Aufgaben für die zukünftige Regierung, die schnell angegangen und umgesetzt werden müssen und nicht durch langwierige Genehmigungsverfahren und bürokratische Hürden be- oder gar ver-hindert werden dürfen.
Wer in Nordrhein-Westfalen unternehmerisches Risiko eingeht, muss sich auf erstklassige und belastbare Rahmenbedingungen verlassen können: dazu zählen eine offene und freie Wettbewerbsordnung sowie der Vorrang der privatwirtschaftlichen Initiative vor der wirtschaftlichen Betätigung des Staates. Nur so kann NRW den Standortvorteil im Herzen Westeuropas nutzen und im globalen Wettbewerb bestehen.
Ich will nicht unbedingt von einer Schicksalswahl sprechen, aber angesichts der noch nie dagewesenen Herausforderungen müssen bei dieser Wahl entscheidende Weichen gestellt, die von existenzieller Be-deutung für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen sind. Fehlentscheidungen, zu langsame Um-setzung und fehlende Visionen können fatale Folgen für die Zukunft unseres Landes und unsere wirt-schaftliche Stärke haben.

Gunnar Herrmann, Vorstandsvorsitzender ARBEITGEBER KÖLN:
Ich begrüße den Aktionsplan „Krisenfestes Energiesystem für Nordrhein-Westfalen“ und die darin enthaltenen Vorschläge, sich aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu lösen und den Industriestandort zu sichern. Angesichts der angespannten Lage für Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger in unserem Land sind schnelle und zugleich vorausschauende Maßnahmen dringend erforderlich. Doch ich möchte auch betonen, dass NRW keine weiteren Absichtserklärungen, sondern konkretes Han-deln braucht. Dies muss auch die zukünftige Landesregierung unbedingt berücksichtigen.
Wir alle wissen: NRW ist ein Land mit vielen energieintensiven Industrien. Unsere geschlossenen industri-ellen Wertschöpfungsketten sind die wichtigste Voraussetzung für Hunderttausende Arbeitsplätze. Jetzt ändern sich gerade binnen kürzester Zeit grundlegend die Spielregeln für unsere Versorgungssicherheit mit Energie.
Wenn ich von einzelnen Unternehmen höre, dass die Preise aufgrund stetig steigender Energiekosten um teilweise mehr als 30 Prozent erhöht werden, dann verstehe dies als einen dringenden Aufruf an die Poli-tik, hier schnell Lösungen zu entwickeln.
Auch der Weg zur klimaneutralen Wirtschaft ist eine Herausforderung, insbesondere für die energieinten-sive Industrie. Wasserstoff als Energieträger kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Über die Fort-schreibung der Wasserstoff-Roadmap für NRW gilt es, landesweit die Verfügbarkeit von Wasserstoff sicherzustellen und Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu realisieren.
Trotz all dieser Probleme benötigen Unternehmen gerade in unsicheren Zeiten ein Klima der Zuversicht. Dies ist eine wichtige Aufgabe der Politik. Denn nur mit einem positiven Blick in die Zukunft
investieren sie ihr Geld und schaffen so Werte und Arbeitsplätze.

Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer kölnmetall und Geschäftsführer ARBEITGEBER KÖLN:
Von der künftigen Landesregierung fordere ich ein deutliches Bekenntnis zur Industrie. Die Leistungs- und Innovationsfähigkeit der Industrie ist das Fundament unseres Wohlstands und dient der Bewältigung wirt-schaftlicher, ökologischer und sozialer Herausforderungen. Immerhin wird jeder fünfte Euro des deut-schen Industrieumsatzes in Nordrhein-Westfalen erwirtschaftet!
Aber wirtschaftliches Wachstum verlangt eine erstklassige Infrastruktur. Hier steht NRW vor großen Her-ausforderungen. Vor allem die Verkehrsinfrastruktur muss weiter saniert und modernisiert werden. Hier-für braucht es den Ausbau von Planungskapazitäten, Kapazitätssteigerungen beim Straßen-, Schienen- und Luftverkehr, die Ertüchtigung der Wasserstraßen und die flächendeckende Realisierung smarter Mo-bilitätskonzepte.
Die Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass dies gelingen kann. Planungs- und Genehmi-gungsverfahren müssen deutlich beschleunigt werden. Nur wenn dies umgesetzt wird, kann unser Land ein noch attraktiverer Standort für Investitionen in Wirtschaft und Industrie werden. Auch die Digitalisierung muss schneller voranschreiten. Das gilt vor allem für die digitale Verwaltung. Gerade in der Corona-Pandemie ist offensichtlich geworden, dass hier noch viel zu tun ist. Es muss eine Selbstverständlichkeit werden, alle Verwaltungsvorgänge digital erledigen zu können.
Die Übernahme von Verwaltungsvorgängen ins Digitale muss auch konsequent für Bürokratieabbau ge-nutzt werden. Wir brauchen schnelle und unkomplizierte Verfahren, die als Ermöglichungsinstrumente und nicht als Verhinderungsinstrumente für Investitionen wahrgenommen werden. Nur so kann der Erhalt und der Ausbau der industriellen Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen sicherge-stellt werden.

ARBEITGEBER KÖLN vertritt branchenübergreifend die sozial- und wirtschaftspolitischen Interessen von elf Arbeitgeber- und Unternehmensverbänden der Metropolregion Köln – von Unternehmen aus der Metall- und Elektroindustrie, der Chemischen Industrie bis hin zum kleinen oder mittelständischen Betrieb aus Handel und Handwerk. Der Verband entwickelt und unterstützt zukunftsorientierte Initiativen und Konzepte zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Köln und Umgebung sowie deren Infrastruktur.

„NRW ist als zentrale Verkehrsachse im Herzen Europas für ganz Deutschland systemrelevant“

Die Landtagswahl am 15. Mai 2022 findet in einer schwierigen und für unser Land außerordentlich herausfordernden Zeit statt. Angesichts der dramatischen Geschehnisse in der Ukraine fällt es nicht leicht, sich in diesen Tagen mit der Landespolitik zu beschäftigen. Gleichwohl wird uns derzeit umso mehr bewusst, wie existenziell wirtschaftliche Stärke auch für uns hier in Nordrhein-Westfalen ist. Die Vorsitzenden der Arbeitgeberverbände kölnmetall und ARBEITGEBER KÖLN haben dazu ihre Forderungen an die künftige Landesregierung formuliert. Lesen Sie heute die Positionen von Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall und Geschäftsführer von ARBEITGEBER KÖLN, zu einer leistungsfähigen Verkehrsinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen:

„NRW ist als zentrale Verkehrsachse im Herzen Europas für ganz Deutschland systemrelevant“

Köln, 05.05.2022. Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist laut Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall und Geschäftsführer von ARBEITGEBER KÖLN, eine der wichtigsten Aufgaben der Landespolitik in den kommenden Jahren. Dies könne man allerdings nur mit erheblichen Investitionen und einer Beschleunigung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren bewerkstelligen, betont Reß.

„Nordrhein-Westfalen darf nicht nachlassen, die Verkehrsinfrastruktur zu sanieren, zu modernisieren und auszubauen. Nur so kann unser Land Industrieland und dabei eine der wichtigsten Verkehrsdrehscheiben Europas bleiben“, erklärt der Hauptgeschäftsführer von kölnmetall. „Nicht nur die Bürgerinnen und Bürger müssen, um es salopp zu formulieren, schnell und unkompliziert von A nach B kommen – auch wichtige Industriebranchen in NRW sind von leistungsfähigen Verkehrsnetzen abhängig. Die chemische Industrie beispielsweise ist auf die Nutzung von Rhein und westdeutschem Kanalnetz angewiesen, die Stahlindustrie auf einen funktionierenden Schienengüterverkehr“.

NRW sei als zentrale Verkehrsachse im Herzen Europas für ganz Deutschland systemrelevant, so Reß weiter, doch dieses Verkehrsnetz sei besonderen Belastungen ausgesetzt, denen man dringend durch einen weiteren Ausbau begegnen müsse. Von der Politik fordert er schnell greifende Maßnahmen: „Es reicht nicht mehr, immer neue Zielvorgaben und Deadlines zu verkünden – jetzt geht es um die konkrete Umsetzung“.

Er lobt ausdrücklich den schnellen Wiederaufbau der nach der Flutkatastrophe zerstörten Autobahnabschnitte im Erftkreis, mahnt aber zugleich, dass dieses Tempo auch bei vielen anderen Bauvorhaben vorgelegt werden müsse.

Ein Investitions- und Beschleunigungs-Update hält Wolfgang Reß deshalb für unbedingt erforderlich. „Uns ist klar, dass Straßen, Schienen, Wasserstraßen, Brücken und Flughäfen nicht im Handumdrehen saniert, modernisiert oder gebaut werden können“, betont Wolfgang Reß. „Was aber getan werden muss, ist die Verfahren erheblich zu beschleunigen“.

Für eine belastbare Verkehrsinfrastruktur sei ein vernünftiger Mobilitätsmix wichtig, erklärt er weiter, doch dabei dürfe die Bedeutung des Autos nicht unterschätzt werden. Vor allem für Pendler in ländlichen Regionen und im Umland der Großstädte sei das Auto oft die einzige Möglichkeit, an ihren Arbeitsplatz zu gelangen und somit ihre Existenz zu sichern.

„Der ÖPNV ist gerade in solchen Regionen weit davon entfernt, diese Aufgabe erfüllen zu können und selbst im städtischen Raum ist hier noch viel Luft nach oben – davon können auch wir in Köln ein Lied singen“, hebt Wolfgang Reß hervor. „Wenn ich lese, dass der Ausbau der Ost-West-Achse in Köln vor 2029 nicht umgesetzt werden wird, dann frage ich mich, wie wir Menschen von der Nutzung ÖPNV überzeugen wollen, wenn die Infrastruktur nicht gegeben ist – wie gesagt, ein Kölner Beispiel, das aber sinnbildlich für die Langsamkeit öffentlicher Bauvorhaben und auch politischer Zögerlichkeit steht“.

„Das Auto darf also bei allen Überlegungen nicht hintangestellt werden“, fordert Reß. „Und mit dem Ausbau der E-Mobilität gibt es ja hier auch gute und klimafreundliche Ansätze“.

In diesem Zusammenhang lobt er besonders das Engagement der Industrie bei der Transformation vom Verbrenner zum E-Auto: „In Köln wurden die Ford-Werke mit der größten je am Standort getätigten Investition zum E-Mobilitätzentrum ausgebaut und die Elektrifizierung der Flotte wird vehement vorangetrieben“.

Schockiert habe ihn allerdings die Meldung, dass in Nordrhein-Westfalen derzeit auf eine Ladestation 27 Autos kommen. „Wenn ich das höre, frage ich mich, wie wir unter diesen Bedingungen den Menschen in unserem Land die E-Mobilität nahebringen sollen“.

Deshalb hält Wolfgang Reß Investitionen in die Ladeinfrastruktur für dringend erforderlich. Seiner Meinung nach müssen sich hier die Politik aber auch die Energiewirtschaft stärker einbringen.

Lesen Sie dazu auch: 5 Fragen und 5 Antworten -> https://arbeitgeber-koeln.de/landtagswahl-2022/