11:14 11:14

Kölner Wirtschaft fordert: Ziel einer Neuausrichtung des Verkehrs muss ein durchdachter Mobilitätsmix sein, eine Politik gegen das Auto wäre fatal

Arbeitgeber Köln, DGB Köln-Bonn, Industrie- und Handelskammer zu Köln und Handwerkskammer zu Köln, zeigen sich irritiert über Äußerungen aus dem Ratsbündnis von CDU, Grünen und Volt im Vorfeld der am Donnerstag stattfindenden Ratssitzung. „Der Wunsch nach mehr mediterranem Lebensgefühl eignet sich nicht als Leitbild der Verkehrspolitik. Man irrt, wenn man glaubt, allein die Verknappung von Verkehrsraum führe zu weniger Verkehr.“, kommentiert Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, das Vorhaben, das Auto zugunsten des Radverkehrs und des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) aus der Innenstadt zu verdrängen. Notwendig sei neben der Möglichkeit für die lokalen Betriebe überall ungehindert anfahren zu können, vielmehr die intelligente Steuerung von Verkehrsströmen mit den Mitteln der Digitalisierung, so Duin.

Bedingt durch die Corona-Pandemie ist der Bedarf an motorisiertem Individualverkehr deutlich angestiegen. „Mehr Menschen fühlen sich auf dem Weg zur Arbeit in ihrem eigenen Fahrzeug sicherer als im Öffentlichen Personennahverkehr. Darüber hinaus ist das ÖPNV-Netz heute schon überlastet und unterstützt durch lange Taktzeiten nicht die Anforderung der individuellen Mobilität“, so Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Arbeitgeber Köln. So sei es fatal, sich auf bestehende Mobilitätsarten zu beschränken. Ziel sollte es sein, Menschen durch intelligente Mobilitätskonzepte schnell und bezahlbar an ihren Arbeitsplatz zu transportieren. Positive Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur erreiche man in Ergänzung zum ÖPNV beispielsweise durch intelligente, autonome und multimodale Mobilitätsträger wie Fleet Services.

„CO2-Emissionen werden in der Stadt nicht verringert, wenn Verbrennerautos langsamer mehr Umwege fahren. Köln hängt bei E-Mobilität und Ladestruktur anderen Großstädten deutlich hinterher. Wir brauchen,“ ergänzt DGB Köln-Vorsitzender Dr. Witich Roßmann, „getrennte Mobilitätsräume, die allen Verkehrsmitteln (Rad, Auto, ÖPNV) schnelle, sichere, emissionsfreie und bezahlbare Mobilität sichern.“

Das Bündnis fordert einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Mobilität. „Wichtig ist zunächst, dass man sich darüber klar wird, welche Vision man für eine Stadt der Zukunft hat. […]

14:31 14:31

ARBEITGEBER KÖLN: Schulterschluss von Politik und Wirtschaft zur Pandemiebekämpfung dringend erforderlich

Angesichts der sich abzeichnenden Bundesnotbremse und der in Köln beschlossenen nächtlichen Ausgangssperre forderte Wolfgang Reß, Geschäftsführer von ARBEITGEBER KÖLN, „einen Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft im Kampf gegen Covid-19. Unsere Unternehmen zeigen sich in hohem Maße verantwortungsbewusst und leisten einen wertvollen Beitrag zur Pandemiebekämpfung“, erklärte Reß.  Da, wo es möglich sei, werde Homeoffice ermöglicht. Den aktuellen Appell der Oberbürgermeisterin an die Kölner Unternehmen nehme man daher sehr ernst. Zudem seien Maskenpflicht, Hygienekonzepte und Corona-Tests schon lange vor Einführung der Testpflicht in den Betrieben gelebte Praxis, denn der Gesundheitsschutz der Belegschaften stehe an oberster Stelle. Die bisherigen auf Eigeninitiative beruhenden erheblichen Bemühungen der Wirtschaft auch im Hinblick auf Tests würden jedoch von der Bundespolitik kaum anerkannt.

„Jetzt gilt es, an einem Strang zu ziehen, damit wir das Kapitel Corona so schnell wie möglich hinter uns lassen können. Jeder Tag, den wir zögern, kann nicht nur Leben kosten, sondern auch wirtschaftliche Existenzen. Viele unserer Unternehmen stehen in den Startlöchern und wollen nicht nur testen, sondern auch impfen“, betonte Reß.

Die Lösung der Krise sei nur durch eine erhebliche Beschleunigung der Impfstrategie zu erreichen. Daher forderten die Unternehmen auch gegenüber der Kommunalpolitik, sich für den Einsatz von Betriebs- und Werksärzten bei der Corona-Impfaktion einzusetzen. „Viele unserer Unternehmen signalisieren uns, dass sie bereits umfangreiche Vorkehrungen getroffen haben, sich kurzfristig mit ihren Betriebsärzten am Impfgeschehen zu beteiligen und damit ihre Belegschaften zu schützen“, ergänzte Reß.

9:33 9:33

Tarifergebnis für die Metall- und Elektroindustrie in NRW erzielt

NRW-Metallarbeitgeberpräsident Kirchhoff: „Von Fairness, Vernunft und Weitsicht geprägter Abschluss in außergewöhnlich schwieriger Wirtschaftslage“
·    Corona-Beihilfe im Juni 2021 in Höhe von 500 Euro
·    Automatische Entlastung für krisenbetroffene Betriebe
·    Jährliche Sonderzahlung von 18,4 Prozent im Februar 2022 sowie von 27,6 Prozent ab Februar 2023
·    Gesamtlaufzeit von 21 Monaten
·    Optionale tarifliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung und zur Begleitung betrieblicher Transformationsprozesse

Die Metallarbeitgeber und die IG Metall in Nordrhein-Westfalen haben am Dienstag in Düsseldorf bei der 7. Tarifverhandlung für die rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs ein Ergebnis erzielt. Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, bezeichnete den Tarif-Kompromiss  als „ein von Fairness, Vernunft und Weitsicht geprägtes Ergebnis in einer außergewöhnlich schwierigen Wirtschaftslage“. Es sei gelungen, der enorm heterogenen wirtschaftlichen Situation Rechnung zu tragen. „Für uns ist es ganz wichtig, dass unsere Unternehmen wie schon im Jahr 2020 auch im Jahr 2021 keine Erhöhung der Tabellenentgelte verkraften müssen“, betonte Kirchhoff. Zudem sei mit der IG Metall für das laufende Jahr erstmals ein automatisch wirksamer Entlastungsmechanismus für krisenbetroffene Betriebe vereinbart worden. Die neue jährliche Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts im Februar 2022 sowie von 27,6 Prozent eines Monatsentgelts ab Februar 2023 sei für die Unternehmen „schmerzhaft und nur schwer verdaulich, aber mit einem verhalten optimistischen Blick auf verbesserte konjunkturelle Aussichten im kommenden Jahr so gerade noch vertretbar“. Der Tarifabschluss biete den Firmen überdies „einen unbürokratischen und einfach umsetzbaren“ tariflichen Rahmen für betriebliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung und die Begleitung von Transformationsprozessen. Die entsprechenden Regelungen seien bewusst an bereits bestehende Tarifvereinbarungen angekoppelt worden. „Das vermeidet zusätzliche Komplexität und vereinfacht den betrieblichen Umsetzungsprozess“, sagte Kirchhoff.

Die Tarifvereinbarung sieht im Einzelnen vor:

·        eine Corona-Beihilfe von 500 Euro im Juni 2021,
·   […]

12:24 12:24

Metalltarifrunde: kölnmetall fordert Rückkehr zu konstruktiven Tarifgesprächen

Angesichts der Warnstreikaktionen der IG Metall im Verbandsgebiet warnte Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall, am heutigen Mittwoch vor einer weiteren Eskalation der Tarifrunde und mahnte zur Besonnenheit. „Bereits vor Corona war die Metall- und Elektroindustrie in einer Rezession – diese Situation hat sich durch die Pandemie nochmals drastisch verschlimmert. Es gibt gerade nichts zu verteilen“, betonte Reß. Angesichts dieser Ausgangslage habe er „absolut kein Verständnis“ für den Aufruf zum Arbeitskampf und den Rückfall in alte Rituale. Arbeitgeber und Gewerkschaften hätten den gemeinsamen Auftrag, zukunftsfähige Rahmenbedingungen für Unternehmen und Beschäftigte zu schaffen. „Wir tragen eine große Verantwortung – für den Standort, die Unternehmen und vor allem für die Beschäftigten“, mahnte Reß. Eine Zuspitzung des Konflikts werde großen Schaden anrichten. „Nicht nur der Standort wird gefährdet, sondern auch das Ansehen des Flächentarifvertrags an sich erleidet irreparablen Schaden“, ergänzte Reß. Es könne nicht im Sinne der Gewerkschaft sein, dass die Unternehmen das Vertrauen in die Sozialpartnerschaft verlieren.

 

Die Arbeitgeber hätten bereits einen umfassenden Strukturvorschlag gemacht, der die tariflichen Bedingungen bis 2022 und darüber hinaus klären könne, ergänzte Reß. Er erwarte daher konstruktive Gespräche mit der IG Metall am Verhandlungstisch, denn „ein tragbares Verhandlungsergebnis wird nicht auf der Straße gefunden“.

14:20 14:20

GEMEINSAMES POSITIONSPAPIER

IHK Köln, HWK Köln, ARBEITGEBER KÖLN und DGB Region Köln-Bonn

• Wirtschaft & Industrie
• Bildung
• Mobilität
• Flächennutzung & Wohnungsbau
WIRTSCHAFT UND INDUSTRIE
2021 ist ein richtungsweisendes Jahr für die Zukunft der Industrie, des Handels, des Handwerks und allen Dienstleistungsunternehmen in Köln und im Umland.

Die Corona-Krise wird uns weiter stark herausfordern. Umso mehr brauchen wir wettbewerbsfähige Unternehmen und Standortbedingungen in unserer Region.

Infrastruktur, Steuern, Arbeitskosten, Unternehmensliquidität, Umweltgesetzgebung, der Green Deal und nicht zuletzt die Bundestagwahl werden die Zukunft unserer Region entscheiden bzw. beeinflussen.

Wirtschaft und Arbeit mitdenken

Die Stärke unserer lokalen Wirtschaft liegt in ihrer Vielfalt – Köln und das Umland verfügen sowohl über eine leistungsstarke Industrie, ein starkes Handwerk und eine vielfältige Handelslandschaft, einen breiten Dienstleistungsmix sowie einen attraktiven Messestandort. Floriert die Wirtschaft, erhöht sich der finanzielle Handlungsspielraum einer Kommune deutlich – ebenso steigen Beschäftigung, Kaufkraft und die Attraktivität der Region. Darüber hinaus sind die Unternehmen und ihre Beschäftigten wichtige Treiber von Innovationen und technischem Fortschritt. Von diesem Knowhow und dem Unternehmergeist profitiert auch die Kommune. Wirtschaft sollte bei politischen und Verwaltungsentscheidungen automatisch mitgedacht werden. Wir werben daher für einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik und Wirtschaft. Zudem muss sich die Verwaltung noch stärker als Dienstleisterin gegenüber Unternehmen verstehen und in ihre Infrastruktur investieren.

Standort stärken

Um den Wirtschaftsstandort zu stärken, ist es ganz entscheidend, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Wir begrüßen das Signal, den Gewerbesteuerhebesatz in den kommenden fünf Jahren stabil halten zu wollen. Positiv bewerten wir den Willen, ein Angebot an attraktiven Gewerbe- und Industrieflächen schaffen zu wollen. Hierbei gilt es, intelligent zwischen dem Bedürfnis nach Wohnraum in einer wachsenden Metropole und dem Bedarf nach Gewerbe- und Industrieflächen abzuwägen. Wichtig ist ferner, dass die Verwaltungsreform weiter vorangetrieben wird. Gerade Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern oftmals noch zu lange. Wir müssen darüber […]

11:30 11:30

ARBEITGEBER KÖLN: Bekenntnis der Stadt Köln zur Industrie gefordert

„Wer die Verkehrswende fordert, muss auch ‚Ja‘ zu Technik und Innovationen sagen. Damit verbunden ist auch ein starkes Bekenntnis zur Industrie, dass ich von der Stadt Köln mit Nachdruck einfordere“, eröffnete Gunnar Herrmann, Vorsitzender der ARBEITGEBER KÖLN, das traditionell am Aschermittwoch stattfindende Katerfrühstück von ARBEITGEBER KÖLN und NetCologne.

Trotz einer Zunahme des Radverkehrs müsse ein intelligentes Verkehrskonzept mehr im Blick haben als das Fahrrad. „Für mich bedeutet das, den ÖPNV in Köln konsequent weiter auszubauen. Das ist für mich verbunden mit einem klaren ‚Ja‘ zur Tunnellösung bei der Ost-West-Achse“, betonte Herrmann. Es müssten auch Angebote geschaffen werden für diejenigen, die nicht mit dem Rad fahren könnten oder wollten. Zudem dürfe das Auto nicht in Aus gestellt werden.

Köln könne eine Vorreiterstellung bei ‚Smart Mobility‘ einnehmen, erforderlich sei aber eine „Bereitschaft von Rat und Stadtverwaltung, sich technologieoffen mit innovativen Mobilitätskonzepten auseinanderzusetzen“. Dies käme auch dem Klima zugute.

„Köln ist Digitalhauptstadt. Unsere digitalen Infrastrukturen sind Teil der Lösung, um die Klimaziele zu erreichen. Wenn Köln auch in der Energiewende führend sein will, müssen wir die ökologische Transformation mit Hilfe digitaler Technologien stärken. Beides sind zwei Seiten derselben Medaille“, ergänzte Timo von Lepel, Geschäftsführer von NetCologne.
„Die Corona-Krise hat gezeigt, dass auf unsere flächendeckende Glasfaserinfrastruktur Verlass ist. Sie ermöglicht es auch in Zukunft, dass wir den von der Politik angestrebten Energiewandel effizient umsetzen und intelligente Steuerungen wie ‚Smart Meter‘ und ‚Smart Grid‘ verlässlich einsetzen können“, schloss von Lepel an.

Nach einer Grußbotschaft von Oberbürgermeisterin Henriette Reker diskutierten zu dem Thema ‚Köln: Grüne Welle für alle? Wie das neue Ratsbündnis die Stadt gestalten will“ Christiane Martin (Grüne), Bernd Petelkau (CDU), Rebekka Müller (Volt), Christian Joisten (SPD) und Ralph Sterck (FDP) und stellten sich kritischen Fragen zu den Plänen und Zielen ihrer Politik.

Wie in […]

17:35 17:35

Gesundheitsschutz für Pendler*Innen: Ausdünnung des Fahrplans geht zu Lasten der Arbeitnehmer*Innen und Bürger*Innen

Gesundheitsschutz für Pendler*Innen
Ausdünnung des Fahrplans geht zu Lasten der Arbeitnehmer*Innen und Bürger*Innen, die auf einen
guten ÖPNV in Köln angewiesen sind.

Die gegenwärtige Situation ist für alle Menschen eine große Belastung. Der zweite Lockdown stellt viele, die zur
Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens oder der Grundversorgung arbeiten, vor erhebliche Herausforderungen.
Eine wesentliche Regel, die dem Gesundheitsschutz dient, ist es, ausreichend Abstand zu anderen Menschen zu
halten. Hierzu sind alle Betriebe verpflichtet. Zentral ist aber auch, die Pendlerströme im Nahverkehr zu entzerren
anstatt die Angebote einzuschränken. Letzteres wird allerdings von Teilen der Politik diskutiert.

Viele Arbeitnehmer*Innen sind auf den ÖPNV angewiesen. Die KVB hat bereits im ersten Lockdown – anders als
etliche andere Städte – den Fahrplan ausdünnen und Angebote streichen müssen. Innerhalb von Bussen und
Bahnen konnten ausreichende Abstände nicht eingehalten werden. Das hat nicht nur zu Unmut geführt, sondern
auch dazu, dass Arbeitnehmer*innen, wo möglich, auf alternative Fortbewegungsmöglichkeiten umgestiegen
sind.

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig und unverzichtbar die öffentliche Daseinsvorsorge ist. Das Angebot
der KVB gehört unstrittig dazu. Weitere Einschränkungen und Reduzierungen des Fahrplans sind der falsche
Weg, wenn man Menschen für einen attraktiven ÖPNV begeistern, Berufstätigen den sicheren Weg zur Arbeit
bieten und Gefahren für Gesundheit und Klima minimieren will. Erfahrungen in anderen Städten zeigen, dass
eine Beibehaltung des bestehenden Angebots der einzige richtige Weg ist, um Abstandsregelungen auch
innerhalb von Busse und Bahnen zu garantieren.
D

as halten wir auch in Köln für den richtigen Weg. Jede andere Entscheidung führt zu Unmut und verstärkt das
Gefühl, der ÖPNV in Köln sei unattraktiv, nicht verlässlich und berge gesundheitliche Risiken.
Wir erwarten von den Entscheidungsträger*Innen der Stadt, nicht am falschen Ende den Rotstift anzusetzen.
Gerade in Krisenzeiten muss ein verlässlicher und attraktiver ÖPNV für die Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung
stehen. Als stetiger Beitrag zum Klimaschutz, als Beitrag zur Neuordnung der Mobilität und als Beitrag
zur Minimierung […]

15:00 15:00

16. Kölner Arbeitgebertag

Herrmann: „Wir brauchen einen partnerschaftlichen Dialog mit der Politik“
„Die neuen EU-Klimaziele sind grundsätzlich erreichbar und werden auch von der Industrie mitgetragen. Doch die Antwort auf die Frage, welche Konsequenzen das für die Industrie und Gesellschaft nach sich zieht, vermeiden im Moment sehr viele“, mahnte Gunnar Herrmann, Vorsitzender der ARBEITGE­BER KÖLN e. V., anlässlich seiner Eröffnungsrede beim 16. Kölner Arbeitgebertag, der in diesem Jahr rein digital stattfand. „Durch Überregulierung ist dem Klima nicht gedient. Dies befördert nur eine schleichende Abwanderung der heimischen Industrie – oftmals in Länder mit geringeren Umweltstandards“, ergänzte Herrmann. Er plädiere daher für einen partnerschaftlichen Dialog mit der Politik, statt einfach vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Die Industrie stecke mitten im Transformationsprozess, hier sei auch die Politik gefordert, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. So sei eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zwingende Voraussetzung für die politisch gewollte Mobilitätswende.

Mit Blick auf die regionale Wirtschaft sprach sich Herrmann dafür aus, über die Gemeindegrenzen hinaus zu denken. Zudem sei bei den politischen Akteuren mehr Mut zu großen Infrastrukturprojekten gefordert: „Meines Erachtens würden wir gut daran tun, das Kölner U-Bahnnetz weiter auszubauen. So gewinnen wir Raum und Lebensqualität für die Menschen in unserer Stadt. Auch erstaunt mich die Diskussion um das Projekt Rheinspange 553, die geplante Rheinbrücke im Kölner Süden. Um dem Verkehrsinfarkt in der Region zu entgehen, brauchen wir diese Brücke“, betonte Herrmann.

Hinsichtlich des guten Abschneidens der Grünen bei der letzten NRW-Kommunalwahl erklärte Herrmann, dass sich Wirtschaft und Grüne aufeinander zubewegen müssten. „Mir ist wichtig, dass die Wirtschaft als Partner und nicht als Gegner begriffen wird“, sagte Herrmann und warb für einen Dialog auf Augenhöhe.

Nach einem Grußwort der Oberbürgermeisterin Henriette Reker diskutierten Dr. Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, […]

14:00 14:00

Vorsitz ARBEITGEBER KÖLN: Gunnar Herrmann folgt auf Michael Jäger

Herrmann: „Wir mischen mit, wir stehen nicht am Spielfeldrand“

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung der ARBEITGEBER KÖLN e. V. am heutigen Dienstag wurde Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH und Executive Director Business Transformation Ford of Germany, zum neuen Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Er folgt auf Michael Jäger, der seit 1998 dieses Amt innehatte. Die Mitgliederversammlung wählte Nicolai Lucks, Kreishandwerksmeister und Geschäftsführer der Wallburger GmbH, sowie Dr. Patrick Giefers, Geschäftsführer INEOS Manufacturing Deutschland GmbH, zu seinen Stellvertretern. Zugleich wurde Michael Jäger aufgrund seiner vielfältigen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes vorgeschlagen. Mit der Geschäftsführung der ARBEITGEBER KÖLN ist weiterhin Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall, betraut, dessen Vorstand Gunnar Herrmann seit Juni 2020 angehört.

Der neue Vorsitzende bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und lobte seinen Vorgänger: „Michael Jäger war rund 22 Jahre das Gesicht von ARBEITGEBER KÖLN – er hat den Verband mit aus der Taufe gehoben und sein Name ist untrennbar mit dieser Organisation verbunden. Er hat stets die Fahne der ARBEITGEBER KÖLN hochgehalten und als Mittler zwischen der Welt der Wirtschaft und der Welt der Verwaltung und der Politik gewirkt.“ Dies werde nun seine Aufgabe sein. Ganz im Sinne Jägers werde er „an Politik und Verwaltung ‚dran‘ bleiben, denn Bundes-, Landes- aber auch Kommunalpolitik stellen uns als Unternehmer immer wieder vor neue Herausforde-rungen. Wir dürfen den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen, müssen uns immer wieder bei wichtigen Debatten einbringen. Kurz: Wir mischen mit, wir stehen nicht am Spielfeldrand.“

Mit Blick auf die im September anstehende Kommunalwahl fuhr Herrmann fort: „In unserer Stadt sind noch viele Zukunftsfragen ungelöst, der Reformstau der vergangenen Jahre muss dringend aufgelöst werden.“ Ihm sei bewusst, dass dies in einer Millionenstadt nicht über Nacht gelingen könne, gerade wenn Zielsetzungen miteinander konkurrierten. Zwar werde […]

13:13 13:13

ARBEITGEBER KÖLN kritisieren Vorstoß der Stadt zu „Pop-up-Radwegen“ und Tempo 30

Als „ideologische Verkehrspolitik durch die Hintertür“ bezeichnete Wolfgang Reß, Geschäftsführer der ARBEITGEBER KÖLN, den Vorstoß der Kölner Stadtspitze, in der Corona-Zeit Autospuren temporär für den Radverkehr freigeben zu wollen und gleichzeitig dort die Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 zu reduzieren. Den sogenannten „Pop-up-Radwegen“ erteilte er eine Absage: „Aus temporär wird schnell dauerhaft, denn die Stadt hat sich das Hintertürchen offengehalten, die neu ausgewiesenen Radspuren auch nach der Pandemie beizubehalten. So wird unter dem Deckmantel des Gesundheitsschutzes klammheimlich Verkehrspolitik betrieben.“ Tempo 30 in der Stadt sei der falsche Weg. Damit werde kein Anreiz für mehr Radverkehr geschaffen, sondern Auto- und Lieferverkehre nur noch weiter erschwert, so Reß. Er appelliere daher in Richtung Landesregierung, dem Drängen der Kölner Stadtspitze nicht einfach nachzugeben, sondern eine Entscheidung gut abzuwägen. Durch die neuen und gut begründeten Verkehrsregelungen zur Abstandshaltung würde ohnehin der innerstädtische Verkehr deutlich verlangsamt, da Autofahrer auf vielen Straßen kaum an Radfahrern vorbeikämen, ohne ihnen zu nahe zu kommen. Zudem gab er zu bedenken: „Sollte die Gefährdungslage durch COVID-19 im Herbst weiter andauern, wird der Autoverkehr auf den Straßen wieder zunehmen. Viele wollen dann nicht mehr mit dem Rad fahren, scheuen aus Angst um ihre Gesundheit aber womöglich vor einem Umstieg auf Bus und Bahn zurück.“ Das Verkehrschaos sei dann vorprogrammiert.